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Wertvoll für Vanessa

Höhepunkt einer ganz starken Saison für Vanessa Mikitenko: das EM-Finale über 5000 Meter in Birmingham

Das EM-Finale von Birmingham ist für Vanessa Mikitenko eine äußerst wertvolle Erfahrung – und mit Platz 14 ein nüchtern betrachtet gutes Ergebnis. Denn als 16. der Meldeliste hatte die 21-Jährige bei ihrem Debüt auf der großen Meisterschaftsbühne an der Startlinie zur Medaillenentscheidung über 5000 Meter gestanden. “Diese Atmosphäre im Stadion ist schon was ganz anderes als bei deutschen Meisterschaften oder internationalen Nachwuchs-Titelkämpfen”, sagte die Hoffnung des Vereins Silvesterlauf Trier. “Das Erlebnis macht einfach noch hungriger für die Zukunft.”

Sogenannte “Steherrennen”, in denen die Taktik regiert, hat es schon viele gegeben. Was sich aber am Dienstagabend auf den zwölfeinhalb Stadionrunden in Birmingham im Feld der 26 Starterinnen abspielte, trieb das Startegiespiel auf die Spitze. “So ein Geschubse habe ich noch in keinem Wettkampf erlebt”, sagte Vanessa hernach und bilanzierte: “Das ist definitiv eine sehr wertvolle Erfahrung für mich.” Sie habe sich “schon ein paarmal stürzen sehen” und sich noch gerade so abgefangen: “Dieses Rennen hat mir gezeigt, dass es bei den Erwachsenen noch mal ganz anders abläuft. Ich bin sehr froh um diese Erkenntnis und das jetzt mal erleben zu dürfen.”

Nach 3000 der 5000 Meter zeigte die Uhr gerade mal 9:58 Minuten an. Das Stop and Go ging noch zwei Runden lang weiter, so gesehen war das Endresultat von 15:54,49 Minuten alles andere als schwach. Zumal die Silvesterlauf-Athletin auf der Schkussrunde noch von Rang 20 auf 14 vorlief. “Zwei Läuferinnen vor mit hätte ich gerne noch eingeholt. Dazu hätte ich mich aber trauen müssen, früher anzuziehen. Daran werde ich arbeiten, das passiert mir beim nächsten Mal nicht mehr.” Vanessas Wunschvorstellung wäre ein schnelles Rennen gewesen, das ihr ermöglicht hätte, ihre persönliche Bestzeit (15:18 Minuten) zu verbessern. Aber Titelkämpfe sind keine Wunschkonzerte. Außer für die Italienerin Nadia Batocletti, die in 15:37,84 Minuten – in diesem taktischen Rennen nicht mehr als eine Randnotiz – zum zweiten Mal in Folge den Europameistertitel über 5000 Meter gewann.

Jetzt heißt es für die 21-Jährige Mikitenko, deren Saison mit dem deutschen Titelgewinn und der erstmaligen Qualifikation für eine internationale Meisterschaft der Frauen und Männer als Riesenerfolg zu werten ist, zunächst mal Daumendrücken in Birmingham. Ihr Partner Amadeus Gräber vertritt im Alexander Stadium an diesem Mittwoch und Donnerstag – ebenfalls als Debütant auf der großen Meisterschaftsbühne – neben Olympiasieger Leo Neugebauer und Ex-Weltmeister Niklas Kaul im Zehnkampf die deutschen Farben. Und am Donnerstagabend wird Vanessa ihre Klubkolleginnen vom Trierer Silvesterlauf-Verein anfeuern: Die zweimalige Europameisterin Gesa Krause und Olivia Gürth stehen im Finale über 3000 Meter Hindernis (21.30 Uhr MESZ).

Das Geschubse in einem Meisterschaftsrennen ist für Vanessa Mikitenko (hier zwischenzeitlich an sechster Position) eine komplett neue Erfahrung.

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