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Rekord-Samu: Das war ein Brett

GO ON, SAMU: Weiter, immer weiter – und schneller, immer schneller: Samuel Fitwi ist zum Laufen geboren.

Samuel Fitwi hat am Sonntag in Lissabon beim Halbmarathon-Weltrekordlauf von Jacob Kiplimo (Uganda/57:20 Minuten) seine eigene rheinland-pfälzische Bestmarke gesteigert – trotz erheblicher Probleme bei der Anreise. Nach 61:13 Minuten erreichte der 30-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier als 19. im schnellsten Halbmarathonrennen der Leichtathletik-Geschichte das Ziel vier Sekunden schneller als 2024, als er in Rom gemeinsam mit Amanal Petros und Richard Ringer EM-Bronze gewonnen hatte. Das sagt Samu nach LIssabon:

Samuel, Du hattest eventuell sogar ein wenig mehr erhofft, aber Glückwunsch zum Halbmarathon-Hausrekord!

SAMU: Danke sehr, hintenraus war es ein hartes Rennen.

Wie hattest du es dir eingeteilt?

SAMU: Ich bin in der dritten Gruppe mit der Pace für eine 60er Zeit angegangen. Die Durchgangszeiten waren 14:13 Minuten nach fünf und 28:25 Minuten nach zehn Kilometern. Das war echt ein Brett. Auf der zweiten Hälfte des Rennens habe ich dann leider etwas Zeit verloren, ab Kilometer 18 musste ich abreißen lassen und alleine laufen. 

Wegen der durch den Iran-Krieg verursachten Probleme im Luftverkehr war deine Anreise nach Lissabon aus dem Höhentrainingslager in Addis Abeba nicht unproblematisch.

SAMU: Stimmt. Der Platz, den ich für Donnerstag in der Maschine nach Frankfurt gebucht hatte, wurde mir kurzfristig am Flughafen in Addis gestrichen. Über London kam ich dann nach Köln, dort konnte ich immerhin noch einen Check bei meinem Orthopäden Dr. Jens Enneper vornehmen lassen. Erst am Freitag ging es dann weiter nach Lissabon.

Wie ordnest du dein Resultat von Lissabon mit Blick auf die weitere Saison ein?

SAMU: Das Rennen war wichtig für mein Selbstvertrauen, nachdem ich im letzten Dezember in Valencia den deutschen Marathon-Rekord an Amanal Petros hatte abgeben müssen. Jetzt rückt der Hamburg-Marathon am 26. April in meinen Fokus. 

Willst du dir dort die nationale Rekordmarke zurückholen?

SAMU: Hamburg wird für mich ein wichtiges Rennen. Es ist mein erster Start dort, es ist eine tolle Strecke und über die Atmosphäre habe ich bisher sehr viel Positives gehört. Mal schauen, was die Strecke hergibt. Auf jeden Fall peile ich einen Platz auf dem Podium an – und eine Topzeit.

Das heißt konkreter?

SAMU: Eine 2:05 sollte es schon sein. (Anmerkung der Red.: seine pB steht bei 2:04:56)

Hast du den im Dezember an Amanal Petros (2:04:03) verlorenen deutschen Rekord im Fokus?

SAMU: Klar will ich den zurückhaben. Das könnte das Ziel für 2027 sein. Auch dem deutschen Rekord im Halbmarathon von Amanal (59:31 Minuten) möchte ich mich dann so dicht wie möglich nähern. 

Wie geht es 2026 für dich weiter?

SAMU: Eine Medaille im EM-Marathon von Birmingham im August ist mein großes Saisonziel. Besonders freue ich mich, dass ich mich auf dem Weg dorthin meinem Heimpublikum in Trier zeigen kann. Der HAFEN TRIER-Halbmarathon am 28. Juni passt terminlich perfekt in die Vorbereitung. Es ist schön, dass mein Verein Silvesterlauf Trier neben dem Silvesterlauf nun auch den traditionellen Stadtlauf im Sommer organisiert.

Die optimierte Trierer Halbmarathon-Strecke ist schnell…

SAMU: Das Event in der nicht nur ältesten, sondern auch schönsten Stadt Deutschlands ist im nationalen Laufkalender aktuell unterbewertet und ich würde gerne dazu beitragen, ihm wieder größere Bedeutung zu geben. Herbert Steffny lief dort 1986 in 63:39 Minuten Streckenrekord und wurde EM-Dritter. Ich hoffe, das ist ein gutes Omen für mein EM-Jahr.

Es war ein historisches Rennen, in dem Samu den rheinland-pfälzischen Rekord auf 61:13 Minuten verbesserte. Sieger Jacob Kiplimo aus Uganda bejubelte seinen neuen Weltrekord in dem auch in der Breite schnellsten Halbmarathon-Rennen der Geschichte: Kiplimo benötigte für 21,0975 Kilometer nur unglaubliche 57:20 Minuten.