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Olivia 1/100 vor Lea Meyer

Olivia Gürth kam auch in Lausanne – um die Winzigkeit einer Hundertstelsekunde – vor Lea Meyer ins Ziel.

Zwölf Tage vor ihren Heimrennen beim 25. Volksbank Trier Eifel-Flutlichtmeeting spürten die Trierer “Silvesterläuferinnen” Gesa Krause und Olivia Gürth gemischte Gefühle. Die Europameisterin beendete am Freitagabend das Diamond League-Rennen über 3000 Meter Hindernis in Lausanne vorzeitig nach knapp zwei Dritteln der Distanz, die EM-Dritte wurde als zweitbeste Europäerin Neunte – erneut einen Platz vor Lea Meyer wie schon bei der Leichtathletik-EM. Diesmal lag die Trierer Läuferin um die Winzigkeit einer Hundertselsekunde vor der nationalen Konkurrentin, die in Birmingham durch eine Sturz am letzten Wassergraben ihre Medaillenchance vertan hatte und Vierte hinter Gürth geworden war.

Nur eine Athletin lief PB in Lausanne beim Sieg von Olympiasiegerin Winfred Yavi (Bahrain/9:00,04 Minuten) vor Weltmeisterin Faith Cherotich (Kenia/9:01,90). Gesa Krause stieg nach 1800 Metern aus. “Meine Beine haben sich schon nach 1000 Metern leer angefühlt”, sagte die dreimalige Europameisterin, die sich in den kommenden Rennen in Zürich, Berlin, Trier (2. September) und Brüssel wieder von ihrer besten Seite zeigen möchte. Die weitere Erholungszeit wird der deutschen Rekordlerin (9:03,30) gut tun. Erst gegen Ende der Late Season wird im übrigen die Direktnorm (9:06,50) für die Weltmeisterschaften 2027 in Peking (China) anerkannt.

Kaum eine Hindernisläuferin schöpfte in Lausanne ihr Potenzial aus, fast alle blieben zwischen zehn und 20 Sekunden über ihren persönlichen Bestmarken (PB). “So gesehen war meine Zeit gar nicht so schlecht”, realisierte Olivia Gürth später. Sie war nur sieben Sekunden langsamer als bei ihrem bis dato schnellsten Rennen. Die 24-Jährige wurde nach 9:22,47 Minuten notiert, auf der Ziellinie hatte sie dank ihrer Spurtqualität noch Lea Meyer (9:22,48) abgefangen. Olivia wirkt derzeit sehr gelöst, wie sie auch in einer ausführlichen Personal-Story auf dem Internet-Portal leichtathletik.de erkennen lässt.

Olivia bedeutet die Bronzemedaille von Birmingham nach Gold bei der U20-EM 2021 sowie der U23-EM 2023 besonders viel. „Das ist quasi der nächste Schritt“, sagt sie. „Es ist einfach schön jetzt sagen zu können, dass ich eine Medaille bei der EM gewonnen habe – ohne den Zusatz, dass es sich um eine Medaille in der Jugend handelt. Für mich ist diese Bronzemedaille eine Art persönliche kleine Goldmedaille.“ Diesen besonderen Moment mit ihrer Trierer Vereinskollegin Gesa Krause erlebt zu haben, macht die EM in Birmingham für Olivia Gürth umso wertvoller. „Im Prinzip sind Platz eins und drei das perfekte Ergebnis für uns. Deswegen waren wir beide natürlich maßlos glücklich und einfach nur voller Freude.“ Die Momente des Medaillengewinns: Etwas für die Ewigkeit. “Umso schöner war es, mit Gesa direkt jemanden im Ziel zu haben, dem man in die Arme fallen konnte und mit dem man sich zusammen freuen durfte. Auch die gemeinsame Ehrenrunde war besonders. Ich glaube, das war ein Moment, der uns beiden stets in Erinnerung bleibt. Gesa hat sich auf jeden Fall auch sehr für mich gefreut und ich mich natürlich auch für sie.”

Große Vorfreude auf das Trierer Meeting

Am kommenden Sonntag folgt für beide beim ISTAF in Berlin ein Rennen über 2000 Meter Hindernis. Für das Volksbank Trier Eifel-Flutlichtmeeting am 2. September sind die Rollen verteilt: Olivia jagt im Moselstadion über 800 Meter ihren Hausrekord (2:03,70 Minuten), während Gesa sich über 1500 Meter feiern lassen möchte. 2024 lief die jetzt dreimalige Europameisterin PB über 800 Meter, 2025 über 1500 Meter im Moselstadion. “Auf Trier freue ich mich schon sehr“, sagt sie. Olivia Gürth ist derweil “gespannt, wie groß die Anspannung nach den Europameisterschaften noch ist und ob es vielleicht noch für eine Bestzeit reicht”.