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Gesas Sturz-Verarbeitung

Für Gesa Krause keine leichte Aufgabe: Der Sturz von Oslo muss aus dem Kopf.

Nur acht Tage nach dem frontalen Crash ins Hindernis durch einen blöden Fehltritt beim Meeting in Oslo stand Gesa Krause an diesem Freitag schon wieder an der Startlinie, bei der nächsten Station der Wanda Diamond League, der Champions League der Leichtathleten. Ein Wagnis, denn neben dem Körper (schmerzhafte Brustbeinprellung) litt zwangsläufig auch die Psyche der Ausnahmeathletin vom Verein Silvesterlauf Trier. Folglich ist auch das Ergebnis von Freitagabend schwer einzuordnen: Mehr als Platz zehn in 9:28,xy Minuten hatte sich die deutsche Rekordlerin selbstverständlich erhofft. Gesa hat sich an Position drei der nationalen Jahresbestenliste hinter Olympiafinalistin Lea Meyer (VfL Löhnungen/9:09,21) und Silvesterlauf-Vereinskollegin Olivia Gürth (9:26,63) einsortiert.

Das Verarbeiten des schmerzhaften Sturzes von Oslo (Gesa: “Der Sturz hat wirklich richtig gescheppert”) benötigt natürlich Zeit. “Mein Körper hat sich zwar gut erholt, aber es fühlt sich nicht so an, als könnte ich direkt an das anknüpfen, was in mir steckt”, sagte Gesa vor dem Pariser Rennen. Dennoch war es wichtig für sie, möglichst schnell zur Routine zurückzukehren, um das Malheur aus dem Kopf zu bekommen. “Ich wollte auch so schnell wie möglich in den Trainingsalltag zurück.”

Bereits an Tag drei nach dem Sturz meldete sich die 32-Jährige “back on track” und absolvierte ein kleines Bahn-Workout mit Tempoläufen: Fünfmal 1000 Meter in jeweils 3:00 Minuten mit kurzen Pausen. “Ich bin stolz, dass ich es bis hierhin geschafft habe”, erklärte sie danach, “ich weiß aber nicht, ob ich schon wieder ready bin. Ich habe sehr mit mir gehadert.”

Offen und ehrlich wie stets äußert sie ihr Empfinden: “Das Ganze hat mich ziemlich aus der Bahn geworfen.” Ihr Verein Silvesterlauf Trier stärkt der zweimaligen Europameisterin den Rücken. “Kopf hoch, Gesa”, tröstet Silvesterlauf-Sportvorstand Norbert Ruschel und meint aufmunternd: “Das wird wieder, die Saison 2025 ist lang. Bis zu den deutschen Meisterschaften in Dresden sind es noch sechs Wochen und die WM ist erst im September.”