Gesas letzte Runde beeindruckt

Wer sein Zuhause in der ältesten Stadt Deutschlands hat und Sportfan ist, der durfte an diesem denkwürdigen Mittwochabend im Trierer Moselstadion nicht fehlen. Gemessen an den Weltklasseleistungen hätte die Kulisse von 1.510 Zuschauern durchaus größer ausfallen dürfen. Besonders Gesa Krause, die dreimalige Europameisterin im 3000-m-Hindernislauf, begeisterte beim 25. Volksbank Trier Eifel-Flutlichtmeeting nicht nur ihre Fans. Die 34-Jährige lag im 1500-m-Rennen gegen das 16 Läuferinnen starke Feld der Spezialistinnen über diese Distanz eingangs der letzten Runde noch weit hinten, rollte das Feld bei ihrem Heimrennen aber unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer noch bis auf Platz fünf auf.
Insgesamt 700 Teilnehmer begrüßte Gesas Verein Silvesterlauf Trier auf der Rekordbahn des Moselstadions, die seit ihrer Eröffnung nun bereits 41 Jahre auf dem Buckel hat. Wie ein fünfter Platz beeindruckt: Die Vorzeigeläuferin des Flutlichtmeeting-Ausrichters zeigte im A-Lauf ihr Kämpferherz. Beim Sieg der Ozeanien-Meisterin Georgia Griffith (Australien) in Moselstadion-Rekordzeit von 4:01,74 Minuten belegte Krause den fünften Rang. Also nichts Besonderes, oder? „Gesa ist die mit Abstand schnellste letzte Runde von allen gelaufen“, verdeutlichte Trainer Wolfgang Heinig den nüchternen Fakt hinter dem begeisternden Finish. Als die Schlussglocke läutete, lag Krause im hinteren Drittel des Feldes. Aber dann! Läuferin für Läuferin überholte die 34-Jährige und blieb am Ende in 4:04,72 Minuten nur knapp über ihrer persönlichen Bestzeit (4:04,28).
„Am Anfang ist das Rennen ein bisschen an mir vorbeigelaufen“, erklärte der Publikumsliebling. „Aber ich habe das am Ende ja noch ein bisschen wenden können.“ Viele Termine nach dem EM-Sieg von Birmingham und auch das ein oder andere Interview und Foto vor ihrem Start im Moselstadion, trotzdem bot sie den Zuschauern die beeindruckendste Schlussrunde in einem Vierteljahrhundert Flutlichtmeeting. „Die letzte Runde von Gesa wird allen, die im Moselstadion waren, in Erinnerung bleiben“, ist sich Meetingdirektor Berthold Mertes sicher.
Schneller als Zürich !!!
Der Stadionrekord der Australierin Georgia Griffith war die Spitze einer Reihe von Höhepunkten zum Läuferabend-Jubiläum. „Die Leistungen haben im zweiten Jahr in Folge Champions-League-Niveau. Nächstes Jahr wird das Interesse noch größer sein. Es ist eine fantastische Werbung für die Stadt Trier auch auf internationaler Ebene“, sagte Berthold Mertes dem Trierischen Volksfreund. Das Trierer 1500-m-Rennen der Frauen war schneller als beim weltberühmten Diamond-League-Meeting im Züricher Letzigrund-Stadion wenige Tage zuvor. Bei den Männern fehlten nur zwölf Hundertstelsekunden zur Zürich-Siegerzeit. Der Australier Adam Spencer verfehlte den Moselstadionrekord mit 3:31,83 Minuten um lediglich 18 Hundertstelsekunden.
Olivia Gürth gewann den B-Lauf über 800 Meter: Im A-Lauf hätte die Bronzegewinnerin der EM von Birmingham mitschwimmen können, aber „es ist auch mal schön, so zu rennen, als sonst so oft im Feld“, freute sich die 24-Jährige, die seit 2024 für den Trierer Silvesterlauf-Verein startet, über ihren Sieg. „Schon vorbei?“, fragte sie nach ihren rasanten 800 Metern. Die beiden Stadionrunden legte die wie Gesa Krause von Wolfgang Heinig trainierte Athletin in 2:04,14 Minuten und damit nur wenig langsamer zurück als bei ihrer persönlichen Bestzeit (2:03,70) zurück. „Die Stimmung war großartig, besonders auf der Zielgeraden”, sagt sie. Kleine Flutlichtmeeting-Historie, die das absolute Topniveau des Trierer Meetings spiegelte: Im A-Lauf über 800 Meter blieben gleich drei Läuferinnen unter der magischen Zwei-Minuten-Marke: die Jamaikanerin Kelly-Ann Beckford (1:59,04 Minuten), Sophie O’Sullivan aus Irland (1:59,23) und Adelle Tracey (1:59,61), ebenfalls aus Jamaika.






