Kampf der Marathon-Giganten

„Eine fulminante Konstellation, die es so bei einem City-Marathon noch nicht gegeben hat“: Mit diesem Superlativ kündigt die Frankfurter Rundschau den Mainova Frankfurt-Marathon an. Die drei schnellsten deutschen Marathonläufer stehen am Sonntag um 10 Uhr am Messegelände der Bankenmetropole an der Startlinie. Samuel Fitwi, Langstrecken-As vom Verein Silvesterlauf Trier, trifft auf Europameister und Vizeweltmeister Amanal Petros (Hannover 96) sowie Ex-Europameister Richard Ringer (LC Rehlingen). Von den drei Musketieren des deutschen Marathonlaufs ist die Rede. Sie wollen die schnelle Frankfurter Strecke nutzen, um auf Rekordjagd zu gehen. Das hr-Fernsehen überträgt ab 9.55 Uhr live und sendet außerdem um 18.45 Uhr eine 45-minütige Zusammenfassung.
Die nationale Bestmarke hatte sich Amanal im vergangenen Dezember in Valencia in 2:04:03 Stunden von Samu zurückgeholt. In diesem Jahr führt der Trierer die deutsche Bestenliste mit seinen 2:04:45 vom zweiten Platz in Hamburg an. Fast genauso schnell war „Ritchi“. Der Europameister von München 2022 lief ebenfalls im April 2026 beim ältesten Marathon der Welt in Boston auf der nicht rekord-konformen Punkt-zu-Punkt-Strecke 2:04:47 Stunden. Als Achter des US-Klassikers war er der erste deutsche Läufer seit fast 100 Jahren, der eine Top-Ten-Platzierung erreichte. Bei der EM in Birmingham im August triumphierte Amanal, Samu wurde Neunter, Richard Zehnter. Gemeinsam holten sie EM-Silber für Deutschland. Kein Zweifel: Nie waren deutsche Männer im Marathon stärker.
Samuel reist an diesem Donnerstag von Addis Abeba aus dem Höhentraining nach Frankfurt an. „Das Training ist gut gelaufen, ich freue mich auf das Rennen in der Heimat und bin sehr gespannt auf unseren Dreikampf“, sagt der 30-Jährige, der erstmals in der Mainmetropole läuft. Einige seiner Wegbegleiter aus Trier und der Vulkaneifel werden an der Strecke sein um ihn anzufeuern. Sie könnten Zeuge eines historischen Rennens werden. Es ist lange her, aber dreimal gewann ein Trierer den Frankfurt-Marathon: Herbert Steffny, 1985, 1989 und 1991. Der letzte deutsche Marathon-Sieg am Main liegt ebenfalls bereits in weiter Ferne: Er gelang dem Olympiadritten Stephan Freigang im Jahr 1994.