Vanessas Bewährungsprobe

Für Vanessa Mikitenko ist es die erste große Bewährungsprobe ihrer Karriere: Die 21-Jährige gibt an diesem Dienstag (20.25 Uhr MESZ/live im ZDF) bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham ihr Debüt auf der großen Bühne des internationalen Sports.
Als deutsche Meisterin über 5000 Meter ist das jüngste Ass unter den vier EM-Startern des Vereins Silvesterlauf Trier in die zweitgrößte englische Stadt gereist. Im Finale über die zwölfeinhalb Stadionrunden gilt sie als Außenseiterin, allein die geglückte Qualifikation ist ja schon ein großer Erfolg. Doch die ehrgeizige Abiturientin will mehr. Das wäre ein Platz unter den Top Ten im 26 Läuferinnen starken Finalfeld ganz sicher. Und eine weitere Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeit (15:18 Minuten).
Unbeschwert darf sie an den Start gehen. Das Einser-Abi ist in der Tasche, der erste DM-Titel bei den Frauen gewonnen. “Ich habe bei der EM nicht zu verlieren”, sagt sie folglich mit Fug und Recht. Mit Prognosen ist sie bei allem Selbstvertrauen vorsichtig: “Ich fände es cool, wenn ich persönliche Bestzeit laufe. Aber das kann man nicht sagen, weil man nicht weiß, wie schnell das Rennen wird.” Meisterschaftsrennen sind in der Regel taktisch geprägt. Vanessas Ehrgeiz ist groß – so oder so: “Es ist für mich superwichtig, beim Saisonhöhepunkt voll da zu sein und das bestmögliche Ergebnis zu liefern.”
Die souveräne Qualifikation ihrer Klubkolleginnen Gesa Krause und Olivia Gürth am Montagabend für das Finale über 3000 Meter Hindernis gibt Vanessa einen zusätzlichen Motivationsschub. “Es zeigt, dass wir mit unserer Trainingsstrategie auf dem richtigen Weg sind”, findet die U23-EM-Zweite, die von Benjamin Stalf trainiert wird, der in regelmäßigem Austausch mit Krauses und Gürths Meistercoach Wolfgang Heinig steht.