Danke, Nico: Umbruch ist geglückt

Nach dem Spiel ist immer vor dem Spiel. Was der legendäre Fußball-Nationaltrainer Sepp Herberger damit meinte, lässt sich ohne Einschränkung aufs Laufen übertragen. Auch heute noch, und auch auf die Organisation von Läufen. Motto nach dem Spiel: Mund abwischen, weitermachen! Im Rückblick auf den 36. Bitburger 0,0%-Silvesterlaufs fällt das leicht: Das Trierer Traditionsrennen war ein voller Erfolg, der die Motivation für die nächste Auflage schürt. „Die Planungen für den nächsten Silvesterlauf haben bereits begonnen“, sagt Organisationschef Nico Klein gerade mal zehn Tage später. Für den 44-Jährigen war es „eine ganz besondere Veranstaltung – erstmals durfte ich die Gesamtverantwortung übernehmen“. Seine Premiere und damit der Umbruch sind geglückt!
2.296 Finisher, somit die zweitgrößte Teilnehmerzahl der Silvesterlauf-Historie, und packende Weltklasserennen vor mehr als 10.000 Zuschauern in der Trierer Altstadt. Das Duell der Marathon-Giganten Samuel Fitwi und Amanal Petros mit dem „Heimsieg“ des Local heroes Samuel Fitwi vom Silvesterlauf-Verein. Starke Vorstellungen der Trierer Läuferinnen Gesa Krause und Olivia Gürth sowie ihrer neuen Klubkollegin Vanessa Mikitenko (beste Deutsche). Die Fakten sprechen für sich.
Die Präsentation passte: Sambatänze als „procedure as every year“ eröffneten das Spektakel auf der Hauptmarktbühne. Das Wetter hielt, es war zwar kalt mit Temperaturen knapp über null Grad, aber es blieb trocken. Die Experten Anke Feller und Marcel Fehr kommentierten (erstmals gemeinsam) das sportliche Geschehen auf dem Hauptmarkt in einem ähnlichen, aber doch eigenen Stil, den die Stamm-Moderatoren Wolf-Dieter Poschmann (verstorben 2021) und Berthold Mertes über Jahrzehnte geprägt hatten. „Anke und Marcel haben das hervorragend gemacht“, wertschätzte Wolfgang Heinig, Trainer von Gesa Krause und Olivia Gürth, die fachkundige Moderation.
Seine höchst verantwortungsvolle Aufgabe als Orgachef löste Nico Klein mit Bravour. „Alles lief wie am Schnürchen. Eine tolle Organisation“, lobt beispielsweise der als Coach mit der größten Athletengruppe zu den Eliteläufen angereiste Trainer Benjamin Stalf: „Nico war trotz der großen Belastung jederzeit ansprechbar.“ Ähnliches attestiert aus einem ganz anderen Blickwinkel ein Mann, der im Jahresverlauf Ansprechpartner für mehrere Veranstaltungen des Vereins Silvesterlauf Trier ist. Mit Nico lasse sich jedes Problem auf angenehmste Weise diskutieren und lösen, findet Christopher Schreiner vom Straßenverkehrsamt. Das gilt auch mit Blick auf das teilnehmerstärkste Event, das der Silvesterlauf-Verein am Mittwoch, 13. Mai, bereits zum zwölften Mal mit Start und Ziel an der SWT-Arena organisiert.
Doch zurück zum Silvesterlauf 2025, aber schon mit Blick auf den 31. Dezember 2026: „Wir werden gezielt an Verbesserungen arbeiten“, verspricht Nico Klein, der damit auf eine in der Tagespresse veröffentlichte Kritik einer Mutter reagiert, die eine „unzulängliche Organisation“ nach dem Kinderlauf der Sechs- bis Neunjährigen moniert hatte. Kleins konkreter Anspruch für den Silvesterlauf Nummer 37: „Ein besonderer Fokus liegt auf den Kinderläufen – insbesondere auf einer optimierten Abhol- und Betreuungssituation nach dem Zieleinlauf, um hier noch mehr Sicherheit und Übersicht zu schaffen.“
„Insgesamt“, so Klein, „kann ich sagen: Der Silvesterlauf hat sehr gut funktioniert – sportlich wie organisatorisch.“ Der selbstständige Unternehmer, der 2025 die Aufgabe als Vorstandsbeauftragter von Silvesterlauf-Gründer Berthold Mertes (weiterhin verantwortlich für die Verpflichtung der Topathleten) übernommen hat, löst diese als „primus inter pares“ auch mit großer Unterstützung seines eingespielten Teams. Das hat Klein als langjähriger Organisator des Trierer Stadtlaufs in den Verein Silvesterlauf Trier mitgebracht. „Das Gelingen war keinesfalls eine Einzelleistung“, so Klein: „Eine Veranstaltung dieser Größenordnung kann nur dann erfolgreich sein, wenn ein starkes Team dahintersteht.“ Gute Beispiele, deren drei an der Zahl: Hendric Griese, der seit dem Sommer dem Vorstand des Silvesterlauf-Vereins angehört, koordinierte die Auf- und Abbauarbeiten an der Strecke, Silvesterlauf-Urgestein Hermann Barten mit all seiner Erfahrung auf dem Hauptmarkt, und Victoria Klaßen, gestandene Kraft aus der Stadtlauf-Organisation, sprach am Silvestertag selbst nach vielen Stunden in der Kälte auf dem Hauptmarkt noch mit großer Begeisterung in der Stimme von einer „Super Stimmung, hier am letzten Tag des Jahres zusammenzukommen“. Sie sei „froh, wenn wir gleich ins Warme kommen, aber: es war ein sehr schöner Tag“.
Dieses Gefühl hüllt Nico Klein wie folgt in salbungsvolle Worte: „Mein ausdrücklicher Dank gilt allen, die mich im Vorfeld, während der Veranstaltung und auch im Nachgang tatkräftig unterstützt haben. Besonders wertvoll waren dabei die vielen Tipps, Ratschläge und die große Erfahrung innerhalb des Organisationsteams. Dieses Miteinander, die Verlässlichkeit und das gemeinsame Ziel, einen gelungenen Jahresabschluss für alle Teilnehmenden zu schaffen, haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen.“ Wieder trifft ein Zitat von Sepp Herberger. Zumindest motiviert und stärkt der Appell an den Gemeinschaftssinn in den heutigen, ganz anderen Zeiten, unvermindert noch genauso: „Elf Freunde müsst ihr sein.“
Nico Klein sagt: „Ich freue mich sehr auf die kommenden Aufgaben und darauf, den Silvesterlauf gemeinsam mit diesem engagierten Team weiterzuentwickeln.“ Auch den Verein mit seinen insgesamt sechs Veranstaltungen sowie zahlreichen Aktivitäten, seinen vier Olympiakandidaten und 300 Mitgliedern. Eine einfache Aufgabe ist das nicht, kein Selbstläufer. Nochmals frei nach Herberger: Der nächste Lauf ist immer der schwerste…


