Heiße Rennen bei Eiseskälte

Bei Eiseskälte mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erlebten mehr als 10.000 Zuschauer heiße Rennen beim 36. Bitburger 0,0%-Silvesterlauf – mit tollen Resultaten der Athleten vom Verein Silvesterlauf Trier: Gekrönt von Samuel Fitwi als strahlendem Sieger gegen Amanal Petros im Duell der deutschen Marathon-Giganten und Gesa Krause als Sechste und zweitbeste Deutsche hinter ihrer künftigen Vereinskollegin Vanessa Mikitenko, die letztmals für ihren Ausbildungsverein SSC Hanau-Rodenbach startete. “Ich habe sehr viel Konfetti abbekommen. Es war schön, das Jahr so ausklingen zu lassen”, sagte die 20-Jährige im Ziel auf dem Hauptmarkt und ergänzte: “Ich freue mich auf meine Zukunft gemeinsam mit Gesa und Olivia in diesem tollen Laufverein.”
Samuel Fitwi startet schon seit 2023 für den Silvesterlauf Trier e.V. – und war glücklich über seine geglückte “kleine Revanche” für den Anfang Dezember in Valencia verlorenen deutschen Marathonrekord. “Ich bin sehr zufrieden mit diesem Jahresbschluss bei meinem Heimrennen”, sagte der 30-Jährige. “An allen Ecken und Enden meinen Namen zu hören, das war ein super Gefühl”, schwärmte Samu von der Unterstützung entlang der fünfmal zu durchlaufenden Ein-Kilometer-Runde. Nach 13:50 Minuten passierte Fitwi die Ziellinie auf dem proppevollen Hauptmarkt, als hervorragender Achter im international hochkarätigen Feld der 5-km-Spezialisten nur zwölf Sekunden hinter Sieger Emil Danielsson (Schweden) und drei Sekunden vor dem neuntplatzierten Petros.
“Ich bin unglaublich stolz und froh, dieses erfolgreiche Jahr ohne Verletzung erlebt zu haben. Verletzungsfrei zu bleiben ist das Wichtigste”, sagte der Vizeweltmeister von Tokio und äußerte einen Appell, der für die Spitzenathleten aus 25 Nationen ebenso gilt wie für die 1.500 Volkslauf-Teilnehmer (Rekord) bei der 36. Auflage der Trierer Traditionsveranstaltung. Insgesamt erreichten 2.281 der 2.700 gemeldeten Läuferinnen und Läufer zwischen drei und 82 Jahren (Peter Hein vom TV Germania Trier) das Ziel – die meisten mit sichtlicher Begeisterung (Fotos).
Samu und Amanal: Rivalen der Rennbahn und Freunde im Leben

Rivalen der Rennbahn und Freunde im Leben: Nach Mitternacht zogen Amanal und Samu in Trier “um die Häuser” und feierten gemeinsam den Abschluss eines Jahres, das dem Trierer den deutschen Meistertitel (sowie Silber im Team) gebracht hat und dem Hannoveraner Petros als Vizeweltmeister in Tokio den größten Karriereerfolg bescherte. Und dem am 7. Dezember die Rückeroberung des deutschen Rekordes über die klassische 42,195-km-Distanz glückte.
Gesa schöpft neue Motivation für 2026
Gesa Krause hatte bei ihrem Marathondebüt in Valencia das Ziel nicht erreicht. Nach dem sechsten Rang im Sparkasse Trier-Elitelauf der Frauen in 16:19 Minuten, den Florence Niyonkuru (15:26) vor Titelverteidigerin Emeline Imanizabyo (beide Ruanda/15:28) gewann, sagte die seit 2017 für den Silvesterlauf-Verein startende zweimalige Hindernislauf-Europameisterin: “Das war mal wieder ein wunderbarer Jahresabschluss in meiner sportlichen Heimat.” Das Resultat gibt ihr frische Motivation.
“Ich bin sehr konservativ angelaufen, weil ich nicht wusste, wie es sich wenige Wochen nach dem Marathon anfühlt”, sagte die 33-Jährige, die sich über ihre schnelle letzte Runde freute, mit der sie die von ihr angeführte Verfolgerinnen-Gruppe (mit Vereinskollegin Olivia Gürth/am Ende Neunte in 16:31) sprengte: “Der letzte Kilometer in 2:59 Minuten war schon sehr akzeptabel. Das macht wieder Lust auf mehr. Jetzt bin ich gespannt, was 2026 bringt.” Zuvor hatte Gesa mit ihrer zweieinhalbjährigen Tochter am SWT-Bambinilauf teilgenommen. Zeugen zufolge soll die kleine Lola nach ihrem Wettkampfdebüt gesagt haben: “Nochmal” Vielleicht ist es auch für sie der Beginn einer Tradition, die Trier schon seit 1990 in Atem hält, als sprichwörtliche “same procedure as every year!











